Kommen alle in den Himmel? Was Paulus zum Thema „Allversöhnung“ schreibt

Friedemann Stöffler

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Kommen am Ende alle in den Himmel? Wie ist das mit dem Fegefeuer? Woher kommt diese Vorstellung? Glauben wir an Gott und Teufel? Diese Fragen beschäftigen viele. Wir wollen uns dazu verschiedene Paulustexte ansehen, insbesondere 1. Kor. 15, und 1. Kor. 3, u.a. Nach einer Einführung in die Texte wollen wir Paulus’ Aussagen in den Gesamtkontext des biblischen Zeugnisses stellen und darüber ins Gespräch kommen. Kommen alle in den Himmel? Was Paulus zum Thema »Allversöhnung« schreibt – Donnerstag 30. März, 20h im Dachgeschoß der Jakobusscheuer.

Ist Paulus noch zu retten? Teil 3: Ist die gleichgeschlechtliche Liebe eine Strafe Gottes?

Römer 1

Sicherlich eines der schwierigsten Themen im Neuen Testament aus Sicht heutiger Leser ist Paulus’ Bewertung der Homosexualität im ersten Kapitel seines Briefes an die frühchristliche Gemeinde in Rom. Das Problem betrifft sowohl die interpretatorische Frage, worauf denn genau sich Paulus in seinen Ausführungen bezieht, als auch die Frage, was für praktische Folgen sich daraus ergeben sollen. Das Thema wird in der Gegenwart sehr breit diskutiert; dabei kommt gelegentlich der genauer Blick auf Paulus’ Wortlaut und dessen kulturgeschichtlichen Zusammenhang ein wenig unter die Räder. Wir werden uns diese Woche mit beiden befassen: Ist Paulus noch zu retten? Teil 3: Ist die gleichgeschlechtliche Liebe eine Strafe Gottes? Donnerstag 09. März, 20h in der Jakobusscheuer.

Ist Paulus noch zu retten? Teil 2: Wäre es besser, nicht zu heiraten?

1. Korinther 7

ohne-titel»Steinzeitlich« – so das Fazit einer Freundin einst zu Paulus’ Ideen über Sexualität und Beziehungen im Ersten Korintherbrief 7. Für Verwunderung unter heutigen Lesern und Leserinnen sorgt neben anderem auch sein Wunsch, alle wären unverheiratet wie er (1. Kor. 7:7). Im Ernst? Besser, nicht zu heiraten? In einer Zeit, in der manche den Eindruck bekommen, aus Sicht der Kirche sei Ehe und Familie, wenn nicht das einzige, so sicherlich doch das beste Lebensmodell, könnte Paulus’ unwahrscheinliche These über den Vorzug des Singlelebens eigentlich eine gewisse Neugier wecken. Wir wollen sie uns jedenfalls genauer anschauen. Ist Paulus noch zu retten? Teil 2: Wäre es tatsächlich besser, nicht zu heiraten? Donnerstag 02. März, 20h in der Jakobusscheuer.

Ist Paulus noch zu retten? Teil 1: Sollen Frauen wirklich schweigen?

1. Korinther 14, 1. Timotheus 2

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Darstellung einer Frau aus den Katakomben der Priszilla (2./3. Jh.)

»Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in den Gemeindeversammlungen« – so Paulus im Ersten Korintherbrief 14. Der Text ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder benutzt worden, um kirchliche Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern durchzusetzen, und wenn sich zu Recht Widerstand regt, ist es nicht selten Paulus selber, der dann als Chauvinist oder Frauenfeind dasteht.

Aber spricht Paulus an dieser Stelle so eindeutig, wie Freund und Feind gemeinsam annehmen? Am ersten Abend von Kontext haben wir diese und andere paulinische Texte über Frauen in Gottesdiensten ein wenig genauer unter die Lupe genommen. Wie zum Beispiel paßt die These eines allgemeinen Redeverbots für Frauen mit der Tatsache zusammen, daß nur wenige Kapitel vorher im Ersten Korintherbrief Paulus mit dem öffentlichen Beten oder Weissagen von Frauen in Gottesdiensten offenbar kein grundsätzliches Problem hat (1. Kor. 11)? Ist vielleicht seine wiederholte Mahnung, es wäre doch schön, wenn in korinthischen Gottesdiensten nicht alles völlig chaotisch ablaufen würde (so daß Besucher die korinthischen Christen für verrückt hielten [siehe 1. Korinther 14:23]), relevant? Spielt es eine Rolle, daß Männer und Frauen in frühchristlichen Gottesdiensten anscheinend getrennt saßen (wie Kyrill von Jerusalem noch für das 4. Jh. bezeugt), so daß die Frauen womöglich auch räumlich weiter weg vom eigentlichen Geschehen waren und weniger Grund sahen, still zu sein, während vorne jemand sprach? Ging es vielleicht Paulus keineswegs darum, speziell Frauen den Mund zu verbieten, sondern im Gegenteil dafür zu sorgen, daß sich alle im Gottesdienst Gehör verschaffen konnten?

Wenn ja, wäre der Versuch, Frauen in christlichen Gemeinden heute unter Hinweis auf diese Stelle zum Schweigen zu bringen, nicht nur ungerecht, sondern auch ein sehr arges Mißverständnis. Hier könnte man Paulus allein schon dadurch »retten«, daß man ihn sorgfältiger liest.

Kontext: Begegnung mit der Bibel

Beginn 2017

open-bible-2-1425480Ab Februar 2017 bereichert ein neues Angebot das vielfältige Programm der Jakobusgemeinde: Mit »Kontext« wollen wir eine Gelegenheit bieten, zusammen mit anderen die Gründungsdokumente des christlichen Glaubens im Alten und Neuen Testament und die Welt, in der sie zuerst gelesen wurden, besser kennenzulernen und zu verstehen. Die Abende sollen eine Mischung aus Vortrag und Diskussion sein, mit Referenten aus der Gemeinde und jeweils einem oder zwei biblischen Texten, über die man anschließend ins Gespräch kommen kann. Dabei wird uns vor allem die Frage leiten: Was sagten diese Texte denen, für die sie zuerst geschrieben wurden? Wie wurden sie verstanden? Und was können wir für unser Leben heute daraus lernen? Jeder Abend soll für sich stehen und aus sich heraus verständlich sein, so daß man ohne weiteres die Themen und Termine herauspicken kann, für die man gerade Zeit hat oder die besonders interessieren.

Den Auftakt am 16. Februar macht eine Reihe über den Apostel Paulus. Unter dem Titel Ist Paulus noch zu retten? wollen wir uns vier Abende lang einige besonders schwierige Stellen in den erhaltenen Briefen des einstigen Christenjägers anschauen und fragen, ob man ihnen vielleicht doch noch einen Sinn abgewinnen kann. (N.b. die veränderte Reihenfolge gegenüber dem Gemeindebrief 2016-4.)

16.02.       Sollen Frauen wirklich schweigen? (1. Kor. 14, 1. Tim. 2)
23.02.      Kontext fällt aus
02.03.      Wäre es tatsächlich besser, nicht zu heiraten? (1. Kor. 7)
09.03.      Ist die gleichgeschlechtliche Liebe eine Strafe Gottes? (Röm. 1)
16.03.       Ist jede Obrigkeit wirklich von Gott? (Röm. 13)

Alle, die mitdiskutieren oder einfach nur zuhören wollen, sind herzlich eingeladen.