Genesis 2: Der Mensch im Paradis

Jonathan Reinert

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Gott erschuf den Menschen aus Erde und setzte ihn in den Garten Eden, einen idyllischen Ort mit Flüssen und Obstplantagen, aber auch mit einem ominösen ›Baum der Erkenntnis‹. Mit den Tieren lebt der Mensch in Harmonie, doch »es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei«. Deshalb modelliert Gott aus einer Rippe die Frau als Gegenüber des Mannes. Das zweite Kapitel der Bibel schildert diese Ereignisse ganz plastisch und konkret in eindrücklichen Bilden – fast märchenhaft. Was möchte diese Erzählung ausdrücken? Was will der Text sagen – und was nicht? Welche tieferen Wahrheiten könnten die Bilder enthalten? Herzlich Einladung zum Lesen, Hören, Entdecken und Diskutieren!

Ist Paulus noch zu retten? Teil 4: Ist jede Obrigkeit wirklich von Gott?

Römer 13, von Jonathan Reinert

Paulus ermahnt in einigen Versen zu Beginn des 13. Kapitels seines Briefes an die Gemeinden in Rom die dortigen Christen: »Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet.« Wir lesen solche Verse vor dem Hintergrund des Nazireiches und anderen, aktuellen Unrechtsstaaten und fragen uns unwillkürlich: Kann Paulus so etwas wirklich ernst gemeint haben? Weiterlesen „Ist Paulus noch zu retten? Teil 4: Ist jede Obrigkeit wirklich von Gott?“

Genesis 1: Die Erschaffung der Welt

1. Mose – oder Genesis, wie es manchmal genannt wird – ist das erste Buch in der Bibel und auch eines der umstrittensten. Bereits das erste Kapitel – »Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde …« – gibt Anlaß zu sehr vielen Fragen. Was heißt es, daß Gott die Welt in nur sechs Tagen geschaffen haben soll? Steht das nicht in Widerspruch zu dem, was Wissenschaftler über den Ursprung der Erde und des Lebens sagen? Oder gibt es Alternativen zum alten Streit zwischen der Sechs-Tage-Lehre und der Evolutionstheorie, die sowohl der Naturwissenschaft als auch dem biblischen Text gerecht werden können? Wenn ja, welche? Der Abend soll einige Optionen im Umgang mit dem Schöpfungsbericht im 1. Mose 1 aufzeigen, und deren Stärken und Schwächen beleuchten. Wer bereits für sich ein Position gefunden hat, oder auch nur Lust hat, sich welche anzuhören, ist herzlich eingeladen: Genesis 1: Die Erschaffung der Welt – Donnerstag 6. April, 20h in der Jakobusscheuer.

Kommen alle in den Himmel? Was Paulus zum Thema „Allversöhnung“ schreibt

Friedemann Stöffler

Kommen am Ende alle in den Himmel? Wie ist das mit dem Fegefeuer? Woher kommt diese Vorstellung? Glauben wir an Gott und Teufel? Diese Fragen beschäftigen viele. Wir wollen uns dazu verschiedene Paulustexte ansehen, insbesondere 1. Kor. 15, und 1. Kor. 3, u.a. Nach einer Einführung in die Texte wollen wir Paulus’ Aussagen in den Gesamtkontext des biblischen Zeugnisses stellen und darüber ins Gespräch kommen. Kommen alle in den Himmel? Was Paulus zum Thema »Allversöhnung« schreibt – Donnerstag 30. März, 20h im Dachgeschoß der Jakobusscheuer.

Ist Paulus noch zu retten? Teil 3: Ist die gleichgeschlechtliche Liebe eine Strafe Gottes?

Römer 1

Sicherlich eines der schwierigsten Themen im Neuen Testament aus Sicht heutiger Leser ist Paulus’ Bewertung der Homosexualität im ersten Kapitel seines Briefes an die frühchristliche Gemeinde in Rom. Das Problem betrifft sowohl die interpretatorische Frage, worauf denn genau sich Paulus in seinen Ausführungen bezieht, als auch die Frage, was für praktische Folgen sich daraus ergeben sollen. Das Thema wird in der Gegenwart sehr breit diskutiert; dabei kommt gelegentlich der genauer Blick auf Paulus’ Wortlaut und dessen kulturgeschichtlichen Zusammenhang ein wenig unter die Räder. Wir werden uns diese Woche mit beiden befassen: Ist Paulus noch zu retten? Teil 3: Ist die gleichgeschlechtliche Liebe eine Strafe Gottes? Donnerstag 09. März, 20h in der Jakobusscheuer.

Ist Paulus noch zu retten? Teil 2: Wäre es besser, nicht zu heiraten?

1. Korinther 7

ohne-titel»Steinzeitlich« – so das Fazit einer Freundin einst zu Paulus’ Ideen über Sexualität und Beziehungen im Ersten Korintherbrief 7. Für Verwunderung unter heutigen Lesern und Leserinnen sorgt neben anderem auch sein Wunsch, alle wären unverheiratet wie er (1. Kor. 7:7). Im Ernst? Besser, nicht zu heiraten? In einer Zeit, in der manche den Eindruck bekommen, aus Sicht der Kirche sei Ehe und Familie, wenn nicht das einzige, so sicherlich doch das beste Lebensmodell, könnte Paulus’ unwahrscheinliche These über den Vorzug des Singlelebens eigentlich eine gewisse Neugier wecken. Wir wollen sie uns jedenfalls genauer anschauen. Ist Paulus noch zu retten? Teil 2: Wäre es tatsächlich besser, nicht zu heiraten? Donnerstag 02. März, 20h in der Jakobusscheuer.

Ist Paulus noch zu retten? Teil 1: Sollen Frauen wirklich schweigen?

1. Korinther 14, 1. Timotheus 2

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Darstellung einer Frau aus den Katakomben der Priszilla (2./3. Jh.)

»Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in den Gemeindeversammlungen« – so Paulus im Ersten Korintherbrief 14. Der Text ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder benutzt worden, um kirchliche Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern durchzusetzen, und wenn sich zu Recht Widerstand regt, ist es nicht selten Paulus selber, der dann als Chauvinist oder Frauenfeind dasteht.

Aber spricht Paulus an dieser Stelle so eindeutig, wie Freund und Feind gemeinsam annehmen? Am ersten Abend von Kontext haben wir diese und andere paulinische Texte über Frauen in Gottesdiensten ein wenig genauer unter die Lupe genommen. Wie zum Beispiel paßt die These eines allgemeinen Redeverbots für Frauen mit der Tatsache zusammen, daß nur wenige Kapitel vorher im Ersten Korintherbrief Paulus mit dem öffentlichen Beten oder Weissagen von Frauen in Gottesdiensten offenbar kein grundsätzliches Problem hat (1. Kor. 11)? Ist vielleicht seine wiederholte Mahnung, es wäre doch schön, wenn in korinthischen Gottesdiensten nicht alles völlig chaotisch ablaufen würde (so daß Besucher die korinthischen Christen für verrückt hielten [siehe 1. Korinther 14:23]), relevant? Spielt es eine Rolle, daß Männer und Frauen in frühchristlichen Gottesdiensten anscheinend getrennt saßen (wie Kyrill von Jerusalem noch für das 4. Jh. bezeugt), so daß die Frauen womöglich auch räumlich weiter weg vom eigentlichen Geschehen waren und weniger Grund sahen, still zu sein, während vorne jemand sprach? Ging es vielleicht Paulus keineswegs darum, speziell Frauen den Mund zu verbieten, sondern im Gegenteil dafür zu sorgen, daß sich alle im Gottesdienst Gehör verschaffen konnten?

Wenn ja, wäre der Versuch, Frauen in christlichen Gemeinden heute unter Hinweis auf diese Stelle zum Schweigen zu bringen, nicht nur ungerecht, sondern auch ein sehr arges Mißverständnis. Hier könnte man Paulus allein schon dadurch »retten«, daß man ihn sorgfältiger liest.